Der SC Altenmünster will so schnell wie möglich den Klassenerhalt in der Bezirksliga Nord sicherstellen. Dabei gibt es jedoch einige Unwägbarkeiten

Was angesichts der Corona-Krise in einer Woche passiert, kann man heute noch nicht absehen.

Trotzdem setzen wir den AL-Frühjahrscheck fort.

Nach dem SV Cosmos Aystetten, dem TSV Neusäß und dem TSV Gersthofen ist diesmal der SC Altenmünster an der Reihe.


Möglichst schnell den Klassenerhalt schaffen und dem Abstiegsgespenst den Rücken kehren will Peter Ferme mit dem SC Altenmünster. Dabei hat der Spielertrainer der Zusamtaler mit einigen Unwägbarkeiten zu kämpfen.


Nach den Abgängen von Torjäger Fahad Barakzaie (TSV Schwabmünchen) und Abwehrchef Sergej Scheifel (pausiert) wurde der SCA vor der Saison erneut als Abstiegskandidat gehandelt.

Und wieder hat man die Kritiker Lügen gestraft.

Mit 26 Punkten und einer ausgeglichenen Bilanz von sieben Siegen, fünf Unentschieden und sieben Niederlagen sowie 26:27 Toren haben sich die Zusamtaler an der Spitze der zweiten Tabellenhälfte eingenistet.

„Die Ausbeute hätte noch besser sein können“, sagt Trainer Peter Ferme, „aber wenn man bedenkt, dass wir vor allem in den letzten Spielen viele Probleme mit Verletzungen hatten, sodass sogar ehemalige Spieler aushelfen mussten, kann man schon zufrieden sein. Wenn immer alle da gewesen wären, wäre dieses Ergebnis nicht so gut.“ Trotzdem: „Wir haben uns verbessert. In der Defensive mehr als in der Offensive.“

Mit Sofyane Abid konnten Abteilungsleiter Oliver Osterhoff und Teammanager Florian Seizmeier einen interessanten Neuzugang an die Zusam holen. Der 19-jährige Belgier hat bei mehreren Vereinen ein Probetraining gemacht.

„Schließlich hat er sich für uns entschieden“

, freut sich Ferme, dass der Angreifer künftig am Hennhofer Weg kickt. Er hat allerdings noch nie im Herrenbereich gespielt, deshalb müsse sich für Abid erst noch die richtige Position finden.

Zur SpVgg Auerbach-Streitheim verabschiedet haben sich Urgestein Fabian Herdin und der vom FC Horgau gekommene Michael Feistle, der allerdings lediglich zwei Spiele für den SCA absolviert hat.

Nach zwei Jahren als kickender Co-Trainer gibt Peter Ferme in seinem dritten Jahr in Altenmünster alleine die Kommandos.

Unterstützt wird der 32-jährige Slowene vom Bosnier Aldin Kahrimanovic als Co-Trainer.

Während Ferme bereits für die nächste Saison zugesagt hat, ist es bei Kahrimanovic, der kürzertreten möchte, noch nicht klar, ob er nur noch als Spieler weitermacht.

Ferme ist gespannt,

„wie viel die Spieler bereit sind, sich weiterzuentwickeln?“.

Für die Torhüter ist schon seit Jahren Harald Pomp zuständig.

Sophia Hartmann und Michael Surger sind für die Betreuung der Mannschaft zuständig.

Tobias Scherer, Kapitän der Aufstiegsmannschaft, hat nach einer längeren Pause wegen Hausbau und Familienzuwachs signalisiert, wieder die Stiefel zu schnüren.

Der Innenverteidiger ist für Ferme ein Hoffnungsträger. „Damit ich mich endlich zurückziehen kann“, lacht der kickende Coach.

Ebenfalls wieder dabei sind die zuletzt verletzten Nico Schuster und Sebastian Kaifer.

Weiter verzichten muss man auf Bastian Kienle (Kreuzbandriss). Wie es mit Dominik Osterhoff (Knie-OP), Tobias Kaifer (Kreuzbandriss) und Mario Kalkbrenner (Fersenprobleme) weitergeht, vermag Ferme nicht zu sagen:

„Ich werde ihnen Zeit geben.“

Ein großes Fragezeichen steht auch hinter Patrick Pecher.

Der Torjäger laboriert an langwierigen Leistenproblemen.

„Er hat zuletzt nur gespielt, weil wir kaum mehr Leute gehabt hatten.“


„Die Vorbereitung war komisch“

, sagt Ferme.

„Viele waren krank, jetzt ist die Angst vor dem Coronavirus da.“

Deshalb musste er immer wieder Trainingsabsagen hinnehmen.

Auch hat der SCA bisher nur drei Testspiele bestritten.

Nach einer 0:6-Klatsche gegen den TSV Bobingen („Das war richtig schlecht. Da haben wir gesehen, dass noch viel zu optimieren ist.“) hat sich die Mannschaft gefangen und zwei Siege gegen den TuS Krieglach aus Österreich (1:0) und den TSV Möttingen (5:0) eingefahren.

Ein Trainingslager in Porec (Kroatien) hat dazu beigetragen, dass die Mannschaft noch näher zusammengerückt ist und alle am gleichen Strang ziehen.

Dass mit Dominik Osterhoff und Patrick Pecher die etatmäßigen Stürmer fehlen, sieht Ferme locker:

„Dann muss das auch so gehen.“


„So schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern“

, lautet die Ansage des engagierten Trainers.

Vor allem der Start sei sehr wichtig, blickt Ferme dem Auftakt mit den Spielen gegen den TSV Nördlingen II und dem BC Adelzhausen entgegen.

Angesichts der personellen Lage sei die Lage allerdings schwer einzuschätzen.

„Die vorhandenen Spieler müssen von Anfang an zu hundert Prozent mit dem Kopf dabei sein“, hofft er, „dass nicht alles auf die letzten Spiele hinausläuft.“


Sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr sollten ausreichen, um dem Abstiegskandidaten auch im zweiten Jahr den Klassenerhalt zu sichern.


Quelle: Augsburger Allgemeine